Berichte von 03/2018

Wohnungssuche - Effizienz pur

Sonntag, 18.03.2018

 

Um es dieses Mal ganz kurz zu machen, ich habe 2 Wohnungen besichtigt und die zweite war der Volltreffer. Aber ich möchte von Anfang an beginnen.

Im Raum Zürich sind schöne bezahlbare Wohnungen sehr gefragt, ähnlich wie auch in den deutschen Ballungszentren. Über diverse Wohnungssuchen im Internet (Links kommen dann am Ende dieses Blogs) habe ich mich für diverse Besichtigungen regelrecht beworben.

Die Besichtigungen finden zum Teil nur wenige Tage nach Veröffentlichung eines Inserates statt, vorgegeben wird dann ein festes Zeitfenster und entweder man erscheint oder hat eben Pech gehabt. Bei manchen Wohnungen muss man sich tatsächlich eine Platz reservieren, um überhaupt erscheinen zu dürfen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass innerhalb einer Stunde 50 - 100 Personen durch eine Wohnung geschleust werden. Auf Grund der noch räumlichen Distanz war diese Variante sehr schwierig bis nicht praktikabel. Viele Wohnungen werden auch über Baugenossenschaften angeboten, da ist die Terminvereinbarung individuell möglich, sofern man dazu bereit ist, sich an den Gesellschaften mit Anteilsscheinen in Höhe von 8.000 - 70.000 CHF zu beteiligen.

Man ist ja offen für Neues (oder Altbewährtes), demnach habe ich unter anderem auch nach WG Zimmern bzw. kleinen möblierten Wohnungen Ausschau gehalten. Und so habe ich es tatsächlich geschafft ein einem Dienstag, an welchem ich sowieso vor Ort war, für abends zwei Termine vereinbaren zu können.

Die erste Wohnung:

Mega Anzeige - 25m² Zimmer mit eigenem Balkon in einer WG in einer knapp 200 m² Maisonette Wohnung. Schon an der Eingangstüre wurde ich stutzig, da am Klingelschild der Name eine bekannten Musik Produktionsfirma angeschrieben war. Die Räumlichkeiten selbst waren superschön, tolle Einrichtung, jedoch hatte "mein" Zimmer anstatt 25m² maximal 15 m². In der WG sind insgesamt 3 Zimmer zu vermieten, ein Zimmer bewohnt die Eigentümerin selbst. Nach der ersten Enttäuschung über die Zimmergröße kam als nächstes eine ausführliche Diskussion zum Thema Mülltrennung und Putzplan auf. Die Dame hat nun also die Vorstellung, dass ihre 3 Untermieter im 3-Wochen-Rhythmus die komplette Wohnung generalreinigen. Das ist ja genau das, was ich nach einer ausgelasteten Arbeitswoche incl Pendelverkehr nach Hause noch brauche. Nun gut, die Kröte kann man schlucken. Als ich dann aber hörte, dass auf dem großen Gemeinschaftsbalkon Raben angefüttert werden und der Balkon nicht zu betreten ist, wenn die possierlichen Tierchen da sind, gab's für mich nur noch eine Schlussfolgerung:

nichts wie raus hier - und zwar so schnell wie möglich !!!

(wer mich kennt weiß, dass das jetzt eine sehr wohlwollende Schilderung ist 😛)

Freundlicherweise hat sich ein Kollege dazu bereit erklärt,mit laufendem Motor im Fluchtfahrzeug vor der Türe auf mich zu warten.

 

Die zweite Wohnung:

Nachdem ich fast fluchtartig die erste besichtigte Wohnung verlassen hatte, überlegte ich relativ desillusioniert ob es sich überhaupt noch lohnt den Besichtigungstermin für die 2. Wohnung wahrzunehmen. Aber die Dinge nahmen ihren Lauf ....

Meine Idee war, mittels Uber zu der Adresse zu fahren - für mich ein va banque Spiel, da via Uber weder in Paris noch in Berlin eine Beförderung geklappt hatte. Neues Glück neues Spiel, ich bestellte den Transfer über die App und eine Minute später stand der Fahrer vor mir - ein Zeichen! Bei der Adresse angekommen wurde ich sehr freundlich empfangen und auch der weitere Verlauf des Termins war sehr erfreulich. Nun werde ich also nach Zürich Höngg siedeln in eine kleine aber feine möblierte Wohnung in einer 1 a Lage. Ein Highlight ist die Terrasse, von welcher aus man dank Hanglage einen Blick über ganz Zürich hat. 

 

Nun noch einige hilfreiche Links:

https://www.home.ch/de/

https://www.homegate.ch/de/

https://www.newhome.ch/de/home.aspx?pc=new

http://www.urbanhome.ch/suchen/mieten/wohnen/wohnung/zh

https://www.tutti.ch/de/li/ganze-schweiz/immobilien

https://www.comparis.ch/immobilien/default

https://www.immoscout24.ch/de

Aber Vorsicht!!! Wegen der hohen Nachfrage sind viele Betrüger unterwegs. Sobald man Anzeichen dafür erhält, dass der Wohnungseigentümer im Ausland lebt und Besichtigungen über z. B. AirBnB oder andere Agenten nach Zahlung der Kaution und der 1. Miete durchgeführt werden - Finger weg!

 

Und wer mal zufällig in der Nähe ist, ein Gläschen Wein auf der Terrasse ist immer drin :-)

Andere Länder, andere Sitten ....

Sonntag, 18.03.2018

Einwanderung, Akklimatisierung, Integration

Da ich beruflich sehr oft in Migrationen eingebunden war, werde ich nun versuchen, meine Erfahrungen hieraus zu nutzen, um mich so gut wie möglich zu integrieren. Aus diesem Grund habe ich mir mal so angeschaut, wie das Leben in der Schweiz denn so geregelt ist. 

Anglerlatein

Verboten ist es im Kanton Zürich, gefangene Fische, deren Grösse über dem Mindestmass liegt, wieder in die Freiheit zu entlassen. 2013 sorgten drei Hobbyfischer am Greifensee mit einem 1 Meter 20 langen Hecht für Schlagzeilen.

Meersäuli

Am 01. September 2008 trat in der Schweiz eine neue Tierschutzverordnung in Kraft, wonach es illegal ist, gesellig lebende Tiere einzeln zu halten. Marktlücke entdeckt - es gibt mittlerweile Agenturen für Leihmeerschweinchen. Dasselbe gilt übrigens für Wellensittiche, Goldfische oder Pferde.

Hunde

Der Verzehr von Hunden ist für den Eigengebrauch erlaubt. Lädt man aber eine ausserhalb des eigenen Haushalts lebende Person zum Essen ein, verstösst man damit gegen das Gesetz. 🙁

Wäsche aufhängen

Es ist verboten, Sonntags draußen Wäsche aufzuhängen. Die wohl bünzligste Regel der Schweiz. Rasenmähen, Handwerksarbeiten und eigentlich sowieso fast alles ist sonntags übrigens auch verboten.

High heels

Laut den kommunalen Polizei- und Gemeindeverordnungen ist das Tragen von High Heels während der Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr verboten. Dumm nur, wenn man dann erst vom Ausgang nach Hause kommt.

Selbstverständlich werde ich auch diese Sammlung fortlaufend aktualisieren.

Money, money, money ...

Montag, 19.03.2018

 

Hello again,

nun ja, die Schweiz ist ja bekannt für das Bankensystem und Geldanlagemöglichkeiten. Meine Ansprüche sind gar nicht so hoch, da ich lediglich ein CHF Konto für Zahlungen vor Ort benötige.

Bei diversen Banken habe ich angefragt, welche Bankpakete zu welchen Konditionen angeboten werden. Online Kontoeröffnung aus Deutschland in der Schweiz sind quasi nicht möglich.

Bank 1 hat mir ein moderates Angebot unterbreitet, d. h. Gebühren halten sich im Rahmen, alle möglichen Karten und Online Banking ist inclusive, aber als Ausländer in der Schweiz ist es notwendig, eine Sicherheitsleistung in Höhe von 500.000 CHF zu hinterlegen. Die Dame der Bank 1, welche mich telefonisch über die Modalitäten informierte hatte, konnte leider meinen Lachflash überhaupt nicht nachvollziehen.

Die zweite Bank hatte noch bessere Konditionen als die erste, wollte jedoch schon 1.000.000 CHF als Sichteinlage, die ich doch bitte beim Termin zur Kontoeröffnung mitzubringen hätte 🤑. Also leider reicht mein Budget hierfür nicht so ganz aus.

Im Rahmen des Referendums in der Schweiz in Bezug auf Zuwanderung haben sehr viele Banken gleich Maßnahmen diesbezüglich ergriffen. So gab es einige Banken, welche rigoros allen Ausländern die Konten gekündigt haben. Die Bedingungen zur Kontoeröffnung wurden mit den eben erwähnten Regularien erschwert.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-02/schweiz-volksabstimmung-einwanderung

Aber der Markt ist ja da, demnach haben sich nun nicht mal mehr eine handvoll Banken auf Grenzgänger bzw. Ausländer fokussiert. Jetzt erhalte ich sogar ohne Sichteinlagen (ja gar keine - niente - nada -nothing) ein CHF Konto, im ersten Jahr sogar gebührenfrei!!!

Dann sag ich mal bis bald und

Uf Wiederluege